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Abendstimmung

 

Staub, der um die Lampe kreist,

Hell erleuchtet von dem Licht

Und dem Sinn den Wege weist,

Mir sofort ins Auge sticht.

 

Dämmrig ist's im dunklen Raum,

Und der Wecker vor mir tickt,

Manchmal, scheint's mir,

Hör' ich's kaum,

Fast schon bin ich eingenickt.

 

Und so geht die Zeit vorbei,

- Tage, Wochen, und so weiter

Mir ist's ziemlich einerlei,

Denn das Leben stimmt mich heiter.

 

Und der Wind singt hoch und schaurig

Immerfort das gleiche Lied,

Wie er einsam, kalt und traurig

Über uns're Städte zieht.

 

Doch mein Wecker, der tickt weiter,

Leise, ohne aufzuhören,

Und ich schreibe froh und heiter:

"Draußen rauschen sacht die Föhren."

 

19.02. + 27.04.1997

 

Stenografien

 

Es hat der Bleistift eine Zierde,

(Die haben and're Stifte nicht)

Drum schreib' ich viel und mit Begierde,

Bis mir die letzte Mine bricht.

 

Er gleitet leicht in meinen Händen,

- Er malt ganz sanft auf dem Papier,

Man kann ihn immerzu verwenden,

Weilt man nun fernwärts oder hier.

 

Er ist der erste Stift zum Schreiben:

Er macht ein O, ein M, ein I,

Er war es früher und wird es immer bleiben.

(Ich jedenfalls vergeß' ihn nie)

 

12.03.1997

 

Morgenerwachen

 

Die Morgensonne hat mich wieder

Und frisch weht's her vom kühlen Wald,

Lila-blau, so blüht der Flieder,

Und frohes Vogelzwitschern

Durch den Garten schallt.

 

Ganz friedlich liegt die schöne Welt so dort,

Und auch die Zeit scheint zu verweilen,

Ländliche Ruhe liegt über diesem Ort,

Denn niemand muß sich heute recht beeilen.

 

Schmetterlinge flattern fröhlich

Durch die Luft,

Und die Bienen hört man leise summen,

Was sie anzieht, ist der süße Nektarduft.

Nichts soll heute meine Ruhe stören,

Nur ein leises Autobrummen

Kann man von der fernen Straße hören.

 

20.05.1997

 

Gute Besserung für einen Klassenkollegen

 

Du weilst nun fern und bist sehr krank,

Werwaist liegt heute Deine Bank.

 

Wir denken an die vielen Stunden,

Die wir mit Dir bei uns empfunden.

 

12.06.1997

 

Die schimpfende Amsel

 

Die Amsel zwitschert

Hell im Baum,

Uns Menschen kann sie nicht leiden.

Sie hält mich für einen Tunichtgut

Und sitzt in den alten Weiden.

 

So zwitschert sie böse vor sich hin,

Wie das die Amseln immer tun,

Ihre Küken zu füttern,

Das ist ihr Sinn,

Und heute kann sie

Noch lange nicht ruh'n

 

22.07.1997

 

Über den Wein (und seine Tücken)

 

Gerne sitzt der Mensch beim Weine,

Mal allein, mal im Vereine,

Fröhlich-feucht in netter Runde,

Bis zur späten Abendstunde.

 

Glas um Glas, ganz unverdrossen,

Wird er in den Leib gegossen,

Bis man letzten Endes merkt,

Daß der Übermut verstärkt.

 

Plötzlich scheint die Welt zu schwanken,

"Siehe da, welch lange Ranken,

Greifen dort nach meiner Hand?"

- Fragt man sich voll Unverstand.

 

Dabei ist's doch nur das Hemd,

Das am Kleiderbügel schwingt,

Wirkt es jedoch fahl und fremd,

Und des Windes stimme klingt

Geisterhaft und ganz verzerrt,

Weil der klare Blick gesperrt.

 

Ist der Abend dann vorbei,

Brummt der Kopf ganz unerträglich,

Man sucht die Schuld bei allerlei,

Die Stimme ist ganz lasch und kläglich,

Die Welt erscheint voll Schmerz und Pein

- Dabei liegt es nur am Wein.

 

Hat wer all dies durchgemacht,

Trinkt er den Wein auch mit Bedacht,

Um für die Zukunft zu vermeiden,

Wieder einmal so zu leiden.

 

08.08.1997

 

Am Blaubergstrand bei Kapstadt

 

Es war ein Mann am Blaubergstrand,

Der schaute in den weißen Sand,

Den Tafelberg im Hintergrund;

Und neben ihm, dort saß sein Hund.

 

Eine leichte Brise blies ihm ins Gesicht,

Er hörte die Möwen schreien;

Und sah in das schwindende Sonnenlicht,

Als könnte es ihm verzeihen.

 

So stand er dort, bis es Abend war,

Die Luft war mild, und der Mond schien klar;

Und er schaute auf Kapstadt im hellen Glanz,

Er sah der Wellen wilden Tanz,

 

Er hörte ihr schäumendes Rauschen

Und so, nach einigem Lauschen

Ging er fort im Mondenscheine,

Mit dem Hund an seiner Leine.

 

20.09.1997

 

Gardasee

 

Es ist nicht das erste Mal,

Daß Du mich in Deinen Bann gezogen.

Eingebettet zwischen dunklen Bergen,

Grün und glitzernd

Deine Wogen.

 

Milde schimmert Sonnenlicht,

Das sich in den Wellen bricht.

Dein Charme ist unausweichlich,

Dein Wesen nicht vergleichlich,

Das Du verströmst.

 

23.09.1997

 

Die Etsch

 

Die Etsch (auch Adige genannt),

Fließt durch das hügelige Land.

Und um in den Golf von Venedig

Zu münden,

Mußte sie ihren Weg erst finden.

 

In Südtirol, (in Bozen genau),

Ist ihr Wasser noch klar und blau,

Denn Südtirol ist ihre Wiege,

Dort kommt sie her.

Doch in Verona fließt sie träge

Und schwer,

Auf ihrem Weg zum Meer.

 

Ständig ändert sie ihr Gesicht,

Nur die Menschen, (die an ihr leben),

-Sie ändern sich nicht.

 

24. 09.1997

 

Einfach nur das Richtige tun

 

Einfach mit den Beinen baumeln,

Einfach nur in Freude taumeln,

Einfach nur das Richtige tun.

Einfach nur lachen,

Einfach nur springen,

Einfach nur fröhlich sein

Und zwischendurch ein Liedchen singen

Und einfach nur das Richtige tun.

Ohne zu denken,

Ohne zu fragen,

Ohne zu klagen,

Einfach die Worte nur lenken,

Um das Richtige zu sagen.

Da ist die Hoffnung,

Auf die wir bauen,

Da ist die Ferne,

In die wir schauen

Da ist ein Wille,

Der uns führt

Und dort ist die Liebe,

Die uns berührt.

Ob wir nun schaffen

Oder ruh'n,

So sollten wir uns

Vergewissern:

Und einfach nur

Das Richtige tun.

 

01.11.1997

 

Und es werden immer mehr ...

 

Und es werden immer mehr

Und ich schreibe jeden Tag

Ein Gedichtlein oder zwei,

Schreibe einfach vor mich her,

Kritik ist mir einerlei.

 

Denn ich schreibe,

Was ich will

Und mein Stift schreibt

Munter mit,

Ab und zu bin ich ganz still

Und ich lausche meinen Sinnen,

Die mir leis' die Reime sagen,

Tief in meinem Herzen drinnen,

Wird mir etwas vorgetragen.

 

Diese zarten Reimgebilde,

Stimmen mich oft sanft und milde,

Denn tief in mir legt der Verstand

Sein weises Wort in meine Hand.

 

09.11.1997

 

Zirkusleute

 

Ich kann sie im Grunde verstehen,

Denn eigentlich sind sie so frei,

Sie reisen froh durch die Lande

Und denken sich nichts dabei.

 

So viele fragen voll Unverstande:

"Was ist nur in eurem Gemüt?"

- Denn sie können nicht sehen,

Wie leicht doch das Leben verblüht.

 

Es denken die Menschen so kleinlich,

Sie fragen so oft nur: "Warum?"

Es ist ihnen nicht einmal peinich,

Daß ihre Fragen so dumm.

 

Ein jeder möchte doch immer

Sich selbst nur im Mittelpunkt seh'n

Doch kann er so nie und nimmer

Die andern um ihn auch versteh'n.

 

13.12.1997

 

Rückblick

 

(für Katja)

 

Nun kennen wir uns schon so lange

Und sind uns beide so vertraut.

 

Was ist es nur, das uns verbindet,

Was ist es nur, das uns zusammenhält?

 

Wie klein erscheint doch uns're Welt,

Wenn jeder zueinanderfindet.

 

Nun ist das neue Jahr mit Sang und Klange,

Empfängt uns froh mit schrillem Ton.

 

Rückblickend sage ich:

"Ich mochte Dich immer schon."

 

01.01.1998

 

 

Marktplatz  am Morgen

 

Ich ging am Morgen

Durch die halbleeren Straßen,

Denn das befreit mir meinen Geist.

Ich sah die Vöglein,

Die auf den Bänken saßen

Und die Geschäfte,

Noch leer und ganz verwaist.

 

Und die Menschen,

Sie gingen,

Langsam, gemächlich

Und ohne Hast

- Und die bunten Sonnenschirme

Hingen

Zusammengefaltet

Und in ihre Hüllen eingefaßt.

 

20.03.2001

 

 

Ich wünsche Dir …

 

 

Ich wünsche Dir

Ein gutes Leben,

Das Dich in seinen Armen hält,

Gesundheit, Glück und Gottes Segen

Und stets viel Freude auf der Welt.

 

 

Ich wünsche Dir

Stets liebe Menschen,

Die Dich halten,

Wenn Du fällst!

Und Dein Leben froh gestalten,

Daß Du sie stets im Herz behältst.

 

 

Ich wünsche Dir in dunklen Zeiten

Stets Mut und Glück und Zuversicht,

Daß Hoffnung möge Dich geleiten,

Wo andren Menschen sie zerbricht.

 

 

Ich wünsche Dir

Ein schönes Leben

Und einen Engel, der Dich hält,

Viel Liebe, Lachen, Gottes Segen

... Und stets viel Freude auf der Welt.

 

Geschrieben zur Taufe für meine Neffen und Patenkind Benjamin

(31.07.2010)

 

Weinliebe

 

Ich trink’ so gern

Den Steiner-Wein

Vom Sonnenhang

Aus Nackenheim.

 

Ach, schenk’ mir noch

Ein Gläschen ein,

Am liebsten nur

Mit Steiner-Wein …

 

 

Philipp Bock, 23.06.2012

Fortsetzung folgt - Philipp Bock




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